Abschiebezentrum am BER: Fertigstellung erst 2029
Abschiebezentrum am BER: Fertigstellung erst 2029

Das geplante Aufnahme- und Ausreisezentrum für Flüchtlinge am Hauptstadtflughafen BER wird sich voraussichtlich um mindestens ein Jahr verzögern. Statt wie ursprünglich geplant 2028 soll die Einrichtung nun erst im ersten Halbjahr 2029 in Betrieb gehen. Das berichtet die „B.Z.“ unter Berufung auf das Brandenburger Sozialministerium.

Bauantrag erst im April eingereicht

Der Bebauungsplan für das umstrittene Zentrum wurde zwar bereits 2025 genehmigt, doch die Baugenehmigung steht noch aus. Eine Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald erklärte, der Bauantrag sei erst am 7. April 2026 eingegangen und zudem unvollständig. Fehlende Unterlagen würden nun nachgefordert. Auch Stellungnahmen verschiedener Behörden, etwa vom Arbeitsschutz und Umweltamt, lägen noch nicht vor. Der Stichtag dafür sei der 20. Juli.

Proteste gegen das Zentrum

Das Zentrum wird von einem privaten Investor, dem Unternehmer Jürgen B. Harder, errichtet. Harder ist der Ehemann der ehemaligen Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick. Nach Fertigstellung soll das Land Brandenburg das Zentrum für 25 Jahre anmieten – Gesamtkosten: 315 Millionen Euro. Schon bei Bekanntwerden der Pläne gab es Proteste, unter anderem von „Pro Asyl“. Rund 150 Menschen demonstrierten vergangenes Jahr unter dem Motto „Abschiebezentrum BER verhindern“.

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Bundeszentrum bereits eröffnet

Die Bundesregierung hat derweil ihr eigenes Ein- und Ausreisezentrum am BER errichtet, das vergangenen Freitag von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eröffnet wurde. Es bietet bis zu 40 Plätze für Menschen, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen oder aus Ländern mit einer Schutzquote unter 20 Prozent kommen. Dort soll innerhalb von zwölf Wochen über Asylgesuche entschieden werden.

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