Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der leitende Ermittler am Landgericht Rostock ausgesagt. Die Angeklagte Gina H. habe nach Auffinden der Leiche kaum Empathie für das Schicksal des Jungen gezeigt. Stattdessen habe sie in abgehörten Telefonaten stets betont, wie schlecht es ihr selbst gehe.
Abgehörte Telefonate belegen fehlendes Mitgefühl
Begleitend zur Aussage des Polizisten spielte das Gericht Audiomitschnitte vor. Darin berichtete die 30-Jährige etwa von der Belastung durch die Ermittlungen oder das Medieninteresse. Auch für den Vater des getöteten Jungen zeigte sie kurz nach Auffinden Fabians kaum Mitgefühl. „Sie selbst sei ganz allein, während Fabians Vater durch seine Familie unterstützt werde“, sagte sie in einem der abgespielten Gespräche.
Laut dem Ermittler, der als Zeuge aussagte, habe sie in anderen Gesprächen ebenfalls kaum Beileid zum Ausdruck gebracht. Er glaube ihr jedoch, dass sie zeitweise ein gutes Verhältnis zu dem Jungen gehabt habe. Mit Fabians Vater hatte sie eine Beziehung, die vor dem Tod des Jungen endete. Inzwischen sind die beiden nach früheren Aussagen des Vaters wieder ein Paar.
Alibis abgesprochen und Leichenfund gemeldet
Gina H. hatte am 14. Oktober 2025 den Fund der Leiche an einem Tümpel südwestlich von Güstrow gemeldet. Zeugen sagten aus, dass sie bereits am Tag zuvor mit ihr am Fundort gewesen seien. Nach Aussage des Ermittlers sprach sie mit einem dieser Zeugen Alibis ab, nachdem beide realisiert hatten, dass sie in getrennten Vernehmungen nicht deckungsgleich ausgesagt hatten. Sie habe dem Mann vorgegeben, was er sagen sollte. Dieser habe sich an vieles selbst nicht erinnert.
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian bereits am 10. Oktober getötet zu haben. Sie schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger Anfang August äußern.



