Ein Blick hinter die Gitter: Der Alltag im offenen Vollzug
Der offene Vollzug gilt als letzte Stufe der Resozialisierung. Hier bereiten sich Häftlinge auf ein Leben in Freiheit vor. Doch wie sieht der Alltag wirklich aus? Ein 27-jähriger Insasse gewährt seltene Einblicke. Er sitzt wegen versuchten Totschlags und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Polen. Seine Strafe: zwölf Jahre und drei Monate. Noch sechs Jahre muss er verbüßen.
Das Interview
Kevin, warum sind Sie im Gefängnis?
Wegen versuchten Totschlags und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ich wurde in Polen verurteilt.
Wie lange müssen Sie noch sitzen?
Ich habe noch sechs Jahre vor mir. Insgesamt waren es zwölf Jahre und drei Monate.
Der Alltag im offenen Vollzug
Im offenen Vollzug haben Insassen mehr Freiheiten. Sie können arbeiten, Sport treiben oder Besuche empfangen. Dennoch gibt es strenge Regeln. Kevin erzählt: „Man muss sich anpassen. Jeder Tag folgt einem festen Rhythmus.“
Besonders schwer sei die Trennung von der Familie. „Ich vermisse meine Mutter und meine Geschwister am meisten“, sagt er. Die Besuchszeiten seien knapp bemessen. Auch die fehlende Privatsphäre belaste ihn.
Resozialisierung als Ziel
Der offene Vollzug soll auf das Leben nach der Haft vorbereiten. Kevin absolviert eine Ausbildung und arbeitet in der Gefängnisküche. „Ich möchte nach der Entlassung ein normales Leben führen“, betont er. Die Unterstützung durch Sozialarbeiter sei wichtig.
Doch die Scham über die Tat bleibt. „Ich bereue, was passiert ist. Jeden Tag.“
Fazit
Der offene Vollzug bietet Chancen, aber auch Herausforderungen. Kevins Geschichte zeigt, wie wichtig Resozialisierung ist – und wie schwer der Weg zurück in die Freiheit sein kann.



