Bis zu 14 Jahre Haft nach Überfall auf Geldtransporter in Berlin
14 Jahre Haft nach Geldtransporter-Überfall in Berlin

Das Berliner Landgericht hat drei Männer nach einem bewaffneten Überfall auf einen Geldtransporter in Marzahn zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und 14 Jahren verurteilt. Die höchste Strafe erhielt Mohamed O. wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Er hatte ein Sturmgewehr eingesetzt und auf den Geldtransporter gefeuert.

Urteil sorgt für Tumulte im Gerichtssaal

Kaum war die Entscheidung gegen O. verkündet, sprangen einige Zuschauer auf, brüllten Beleidigungen gegen das Gericht. Als Mahnungen nicht für Ruhe sorgten, begleiteten Justizwachtmeister die aufgebrachten Störer vor die Tür. Gegen Jakub F., 21 Jahre alt, erging eine Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren. Er hatte als Einziger der vier Angeklagten gestanden. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass ihm ein versuchter Mord nicht anzulasten ist: „Es sollte eingeschüchtert, aber nicht geschossen werden. Ein Exzess des O. seien die Schüsse“, so das Gericht.

Die Tat: Ein geplanter Millionen-Coup

Der Überfall ereignete sich am 23. März 2025 auf der Marzahner Chaussee. Die Täter kamen mit zwei Fahrzeugen und warteten, bis drei Geldtransporter ein Firmengelände verlassen hatten. Dem dritten Fahrzeug folgten sie. Gegen 22.40 Uhr fuhr ein Skoda mit falschem Blaulicht, in dem O. gesessen habe, auf den Transporter zu und bremste ihn aus. Ein Maskierter – nach Überzeugung des Gerichts O. – sprang auf die Straße und sprühte aus einem Feuerlöscher dunkle Farbe in Richtung Frontscheibe des Transporters. Später seien bei ihm Schmauchspuren festgestellt worden. Aus Habgier habe er Schüsse auf Frontscheibe und Beifahrertür abgefeuert – obwohl er wegen der Farbe ohne Sichtkontakt zu den drei Insassen gewesen sei. O. habe eine mögliche Tötung billigend in Kauf genommen.

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Flucht und Festnahme

Von hinten näherte sich ein zweites Fahrzeug. Der Transporter wurde eingekeilt. F. und ein weiterer Komplize sollen den Wagen mit Hydraulik-Spreizer und Brecheisen aufgehebelt haben. Die drei Wachleute im Transporter wurden wegen der Panzerung der Fahrerkabine durch die Schüsse nicht verletzt. Ein Notruf war ausgelöst worden. Die Räuber griffen in Eile zu und luden 26 der 107 geladenen Geldkassetten in einen Fluchtwagen. Sie erbeuteten laut Anklage rund 2,5 von insgesamt 4,5 Millionen Euro. Das weitere Auto wurde vor der Flucht in Brand gesteckt. Die Täter rasten zu einem Gewerbegebiet in Neukölln, um Tatkleidung verschwinden zu lassen und Spuren mit Reinigungsmitteln zu beseitigen. Doch die Polizei war ihnen schnell auf den Fersen – ein Reifen hatte sich auf der rasanten Flucht komplett zerlegt. Den Räubern blieb keine Zeit – ohne Beute machten sie sich aus dem Staub. Gesicherte Fingerabdrücke und Handydaten führten zwei Monate später zur Festnahme der Angeklagten.

Strafen und Freispruch

Gegen Muhammed Y. gab es zweieinhalb Jahre Haft wegen Beihilfe zum besonders schweren Raub. Er soll beim Beschaffen von Tatwerkzeug geholfen haben. Der vierte Angeklagte war aus Sicht des Gerichts „im Zweifel freizusprechen“. Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen zwischen vier und zwölf Jahren gefordert. Drei der Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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