Hautkrebs frühzeitig erkennen: Ein Dermatologe berichtet aus eigener Erfahrung
Dr. Breitbart, ein erfahrener Dermatologe, hat selbst 23-mal Hautkrebs gehabt – meist Plattenepithelkarzinome. Er betont, wie wichtig die Früherkennung ist. Schon die gutartige Vorstufe, die aktinische Keratose, könne man morgens im Spiegel erkennen: ein rötlicher Fleck mit feinen Gefäßen, der sich rau anfühlt wie Sandpapier. Behandeln lasse sie sich gut mit einer photodynamischen Therapie. Wichtig sei, bei einem feinen Schmerz beim Kratzen sofort zum Arzt zu gehen, da dies auf eine Bösartigkeit hindeute.
Warum UV-Strahlung so gefährlich ist
Breitbart erklärt, dass UV-Strahlung von der WHO als Karzinogen der höchsten Risikostufe eingestuft wird – wie Tabak und Asbest. Schon in der Jugend entstünden DNA-Schäden, die erst Jahrzehnte später zu Hautkrebs führen. Er selbst sei als Kind von seinen Eltern oft in die Sonne geschickt worden, um Vitamin D zu produzieren, was heute als überholt gilt. Für die Vitamin-D-Produktion reichten bereits 15 Minuten Sonne auf sechs Prozent der Körperoberfläche zweimal pro Woche.
Die richtige Sonnenschutzstrategie
Breitbart empfiehlt die Reihenfolge: Vermeiden, kleiden, cremen. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man nicht in die Sonne. Ab UV-Index 3 seien langärmlige Kleidung, lange Hosen, ein Hut mit mindestens acht Zentimetern Krempe und eine Sonnenbrille nötig. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher solle man großzügig auftragen: fünf bis sechs Esslöffel für Erwachsene, eineinhalb Esslöffel für ein zehnjähriges Kind. Babys unter einem Jahr gehörten gar nicht in die Sonne.
Sonnenbräune ist kein Zeichen von Gesundheit
Der Dermatologe warnt: Sonnenbräune habe maximal einen Lichtschutzfaktor von 4 und sei die letzte Abwehrreaktion der Haut gegen DNA-Schäden. Sie sei kein Zeichen von Gesundheit, sondern von schweren Hautschäden. Sonnencreme allein schütze nicht ausreichend vor Hautkrebs, sie sei nur eine Ergänzung zu anderen Maßnahmen.
Basalzellkarzinom und malignes Melanom erkennen
Das Basalzellkarzinom zeige sich zunächst als hautfarbenes Knötchen, das sich über Jahre zu einem porzellanfarbenen Knoten mit feinen Gefäßen entwickle. Später entstehe eine Delle, die aufbrechen und bluten könne. Das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, sei schwieriger zu erkennen, da es keine Vorstufe habe. Auffällig seien unregelmäßige Ränder, unterschiedliche Farben und ein kleiner Knoten. Bei Verdacht müsse man sofort zum Arzt.
Selbstuntersuchung und Hautkrebsscreening
Breitbart empfiehlt, sich einmal im Monat systematisch selbst zu untersuchen: von der Kopfhaut bis zu den Zehenzwischenräumen, inklusive Genitalbereich. Bei Risikopatienten ersetze dies jedoch nicht das regelmäßige Hautkrebsscreening. Das derzeitige Screening in Deutschland sei unzureichend, da nur zehn Prozent der Berechtigten teilnehmen. Er plädiert für ein risikoadjustiertes Screening, bei dem Risikopatienten lebenslang von einem Hautarzt betreut werden.



