Die anhaltende Hitzewelle in Berlin stellt eine besondere Belastung für obdachlose Menschen dar. Besonders betroffen sind jene, die nicht in der Innenstadt, sondern an den Ufern der Havel leben, wie etwa am Bahnhof Berlin-Spandau. Dort sind immer wieder provisorische Zelte aufgeschlagen, die kaum Schutz vor der sengenden Sonne bieten.
Bezirke reagieren mit mobilen Hilfsangeboten
Die Bezirke haben auf die extreme Wetterlage reagiert. In Spandau verteilen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Sozialarbeit regelmäßig Wasserflaschen und Sonnencreme an die Obdachlosen. Stadtrat André Görke (CDU) betont: „Unser Ziel ist es, akute Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Wir haben die Hilfe in den vergangenen Tagen deutlich verstärkt.“ Die Aktionen konzentrieren sich auf bekannte Aufenthaltsorte wie den Bereich unter den Havelbrücken.
Herausforderungen am Havelufer
Die Lage am Spandauer Havelufer ist besonders prekär: Es gibt kaum Schatten, die Temperaturen steigen tagsüber auf über 35 Grad. Viele Obdachlose haben keinen Zugang zu fließendem Wasser oder Sanitäranlagen. Die Bezirksämter arbeiten deshalb mit Hilfsorganisationen zusammen, um die Versorgung sicherzustellen. Görke erklärt: „Wir sind im täglichen Austausch mit den Betroffenen, um individuelle Lösungen zu finden.“
Ausweitung der Hilfsmaßnahmen
Neben der direkten Versorgung plant der Bezirk, die Öffnungszeiten von Kälte- und Wärmehilfeeinrichtungen anzupassen. Auch der Einsatz von sogenannten „Kühlbussen“ wird diskutiert. Die Senatsverwaltung für Soziales hat die Bezirke aufgefordert, ihre Notfallpläne für extreme Wetterlagen zu aktivieren. Bislang wurden in Spandau rund 200 Liter Wasser und 50 Sonnencreme-Tuben verteilt.



