Berlin Tennis Open: Nachwuchstalente trotzen Unwetter und Regen
Berlin Tennis Open: Nachwuchstalente trotzen Unwetter

Ein heftiges Unwetter mit knöcheltiefem Wasser und Stromausfall unterbrach den Finaltag der Berlin Tennis Open im Steffi-Graf-Stadion. Aus Sicherheitsgründen musste das Stadion evakuiert werden. „Das Wasser stand an manchen Stellen knöcheltief, der Strom fiel aus. Aus Sicherheitsgründen mussten wir das Stadion evakuieren. Verletzt wurde Gott sei Dank niemand“, erklärte Pressesprecher Claus Frömming. Orangefarbene Rohre saugten bei einigen Zelten das Wasser ab, die Tennis Village musste geschlossen bleiben. Erst gegen 16 Uhr wurden die geduldigen Tennisfans wieder eingelassen – bei erneutem Nieselregen. Das Finale zwischen Jessica Pegula (USA) und Linda Moskova (CER) begann erst weit nach 17 Uhr. „Der Rasen muss unbedingt trocken sein, wegen der Sicherheit der Spieler“, erläuterte Frömming.

Geduldige Fans trotz widriger Bedingungen

Vor dem Steffi-Graf-Stadion im Grunewald bildete sich eine kilometerlange, geduldige Schlange. Tennis-Fan A., eine athletische Dame in edlem Minikleid und Baseballcap, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, schwärmte: „Tennis ist ein perfektes Cardio- und Ganzkörpertraining! Ich liebe es!“ Viele Besucher waren bereits unter der Woche mehrfach vor Ort und lobten die emotionale und spannende Atmosphäre des Turniers sowie die Nähe zu den Spielerinnen.

Nachwuchs-Cup: Talente mit Vorbildern

Die Berliner Freundinnen Eva Mentner (13), Nicole Sokolska (13) und Aurélie Lienau (12) sind Tennis-Nachwuchstalente. Sie belegten beim Nachwuchs-Cup der Berlin Tennis Open 2026 die ersten Plätze, ihr Finale wurde jedoch wetterbedingt abgesagt. Alle drei trainieren täglich zwei bis drei Stunden. Eva begann mit vier Jahren zu spielen, Nicole mit sechs, Aurélie mit acht. Auf die Frage nach ihrer Lieblingsspielerin antworteten sie einstimmig: „Sabalenka!“ Gemeint ist die belarussische Spielerin Aryna Sabalenka, die seit dem 21. Oktober 2024 ununterbrochen die Weltrangliste anführt. „Es ist einfach ihr Tennis-Stil. Sie ist sehr kämpferisch und schnell. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen“, erklärte Nicole.

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Killerinstinkt und Fairness

Boris Becker sagte einst, er gewänne wegen seines unbändigen Killerinstinkts. Auch die Nachwuchsspielerinnen zeigen diesen Ehrgeiz. „Auf jeden Fall!“, sagte Eva. „Mein Vater sagt manchmal zu mir, wenn ich länger im Bad brauche: Wir brauchen auf dem Platz kein Model, sondern einen Killer!“ Nicole ergänzte: „Und mein Vater sagt zu mir immer: Auf dem Platz seid ihr Feinde, hinterher könnt ihr wieder Freundinnen sein.“ Trotz des Ehrgeizes betonen die drei die Bedeutung von Fairness. „Wenn man sieht, dass der Ball im Feld war, dann gibt man es zu. Man sagt nur ‚Aus!‘, wenn der Ball das Feld verlassen hat, und man schummelt generell nicht. Verzählt sich nicht mit Absicht“, sagte Nicole. „Man will ehrenhaft gewinnen.“

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