Extreme Hitze in Berlin: Mini-WM für Kinder abgesagt, Bäder öffnen wieder
Extreme Hitze: Mini-WM für Kinder abgesagt, Bäder öffnen

Die extreme Hitzewelle in Berlin und Brandenburg führt zu ersten Absagen: Die für Samstag geplante Mini-WM für Kinder in Hellersdorf fällt aus. Angesichts der prognostizierten Temperaturen von bis zu 40 Grad am Wochenende sahen die Veranstalter keine verantwortbare Möglichkeit, das Turnier durchzuführen. Die Entscheidung trafen der gastgebende Verein Eintracht Mahlsdorf, die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land sowie die Wohnungsgenossenschaft Wuhletal gemeinsam.

Bei dem Turnier sollten 48 Teams aus Berlin und Brandenburg stellvertretend für die Nationalmannschaften der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko antreten. Auch ein Verein aus Köln hatte seine Teilnahme zugesagt. „Die Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen. Die Vorfreude bei den Kindern, ihren Familien sowie allen Beteiligten war spürbar groß – umso schwerer wiegt dieser Schritt“, teilte die Stadt und Land mit. Die Sicherheit der Teilnehmenden habe jedoch höchste Priorität. Ein Ersatztermin werde geprüft, sei aber aufgrund der anstehenden Sommerferien und des organisatorischen Aufwands zeitnah nicht realistisch.

Hitzewellen im Juni häufen sich

Laut Stefan Rubach, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), treten Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad, teils über 35 Grad, normalerweise eher im Juli oder August auf. „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die lange Sonnenscheindauer verschärfe die Situation, da sie die nächtliche Abkühlung mindere. „Wenn wir im August diese Hitzewellen haben, dann geht die Sonne ja schon ein bisschen früher unter, das macht sich dann abends schon um 18 Uhr so ein bisschen bemerkbar“, so Rubach.

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Die Temperaturen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich an den Berliner Juni-Hitzerekord von 2019 herankommen, als in Tegel 38,5 Grad gemessen wurden. „In dieser Größenordnung werden wir landen“, sagte Rubach mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“. Derartige Temperaturen im Juni häufen sich in den letzten Jahren.

Columbiabad und Prinzenbad öffnen wieder

Rechtzeitig vor dem sehr heißen Wochenende öffnet das Berliner Columbiabad in Neukölln bereits am Mittwoch wieder. Die technischen Probleme seien behoben, teilten die Bäder-Betriebe mit. Ursprünglich war der 3. Juli als Eröffnungstag vorgesehen. Durch eine enge Kooperation mit dem Bezirksamt Neukölln konnten technische und formale Prüfungen beschleunigt werden. Probleme bei der Beschaffung von Filtermaterial hatten zu der Verzögerung geführt. Das Gesundheitsamt des Bezirks gab nach zwei Prüfungen grünes Licht für den Betrieb.

Auch das Kreuzberger Freibad Prinzenbad öffnete am Vormittag wieder komplett, nachdem ein technischer Schaden behoben worden war. Für beide Bäder wurde am Dienstagnachmittag online eine mittlere Auslastung angezeigt.

Blutreserven in der Hauptstadtregion werden knapp

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag. Gerade in den Anfang Juli beginnenden Sommerferien fehlten viele Stammspender.

Blut zu spenden sei auch an sehr heißen Tagen möglich, hieß es. Die tägliche Trinkmenge sollte jedoch auf rund drei Liter erhöht werden, während längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen in der Sonne vermieden werden sollten. Blut werde etwa nach Unfällen, bei Operationen, Geburten und in der Krebstherapie benötigt. Blutpräparate könnten nicht künstlich hergestellt werden und seien nur begrenzt haltbar.

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Berliner Telefonservice warnt Senioren vor Extremwetter

Der Verein Silbernetz hat einen neuen Wetter-Service gestartet, um ältere Menschen in Berlin besser vor den Folgen von Extremwetter zu schützen. Über ein Infotelefon werden Nutzer automatisch informiert, wenn der Deutsche Wetterdienst vor Hitze, Sturm oder Glatteis warnt. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren.

Der Service eigne sich besonders für Menschen ohne Internetzugang, sagte Silbernetz-Sprecherin Amira Mahdi. Ältere Menschen können sich telefonisch anmelden und erhalten Verhaltenstipps, etwa zum Schutz vor Hitze, zu kühlen Aufenthaltsorten oder zur sicheren Lagerung von Medikamenten. Bei Bedarf vermittelt Silbernetz praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche, etwa für Einkäufe oder die Besorgung von Medikamenten. Das Angebot ist kostenfrei und wird von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert.

Wasserversorgung bleibt stabil, Lüften in der Nacht empfohlen

Trotz der Hitzewelle bleibt die Wasserversorgung der Hauptstadt stabil, was auch auf ein verändertes Konsumverhalten der Berliner zurückzuführen ist. Der DWD empfiehlt, die Nacht auf Mittwoch zum Lüften zu nutzen, da sie die kühlste der kommenden Nächte wird. In Berlin und Brandenburg werden Tiefstwerte von 13 bis 17 Grad, teils sogar nur 11 Grad erwartet. In den folgenden Nächten kühle es weniger ab: In der Nacht zu Donnerstag liegen die Tiefstwerte zwischen 19 und 14 Grad, in der Nacht zu Freitag bei 16 bis 21 Grad. „Da wird es schon etwas unangenehmer“, sagte Rubach. „Da kriegt man eigentlich kaum noch Abkühlung durchs Lüften.“