Der Westflügel von Schloss Ludwigslust wird nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Mai 2026 eröffnet. Besucher können dann das farbenfrohe höfische Leben der Herzogin Alexandrine und anderer Frauen am Hofe erleben. Die Räume werden mit leuchtenden Wandbespannungen in Gelb, Rot, Grün und Blau ausgestattet, darunter eine besondere Seidenbespannung mit Blumendekor aus Frankreich.
Projektleiterin Anja Niemann berichtet von aufwendigen Restaurierungen: „Wir haben einen ganz besonderen Raum, der mit einer Seidenbespannung und mit Vorhängen mit Seide aus Frankreich versehen ist. Draufgedruckt ist ein Blumendekor in mehreren Farben: Rosa, Rot und Grün.“ Jede Farbe erhält einen Extradruck, und nur ein Unternehmen in Europa beherrscht diese Technik noch.
Die Bauarbeiten begannen 2017 und waren umfangreicher als geplant. Ursprünglich für 2022 angekündigt, verschiebt sich die Eröffnung nun auf 2026. Direktorin Pirko Kristin Zinnow erklärt: „Wir lassen das eindrucksvolle Leben der Herzogin und der Frauen am Hofe wieder auferstehen. Im ersten Obergeschoss wird dann erstmals auch der Ost- und Westflügel zusammen begehbar sein.“
Im Erdgeschoss des Westflügels wird eine Einführung in die Schlossgeschichte mit modernen Medien wie Filmen und einem begehbaren Modell geboten. In den oberen Etagen werden die Apartments der Herzöge und Herzoginnen rekonstruiert. Bis zur Eröffnung werden 150 bis 200 Objekte in die Räume gebracht, darunter Leihgaben aus dem Stadtmuseum Berlin, der Nationalgalerie und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.
Ein besonderes Exponat ist ein vergoldetes Toilette-Service von Alexandrine, das als Dauerleihgabe aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg kommt. Jörg Meiner von den Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern erläutert: „Dieses Toilette-Service ist 1945 durch die Familie mit nach Glücksburg genommen worden und dann 1950 in Hamburg verauktioniert worden.“ Die 15 Objekte werden in einer Vitrine genau in dem Raum ausgestellt, in dem die herzogliche Familie bis 1945 lebte.



