Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff – Tote in Odessa und Charkiw
Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff (01.07.2026)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem bevorstehenden massiven russischen Luftangriff gewarnt. Bei einer Pressekonferenz in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland sagte er, Russland bereite einen neuen Großangriff mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen vor. „Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs“, so Selenskyj. Er kündigte an, direkt nach der Pressekonferenz in die Ukraine zurückzukehren, und rief die Bevölkerung auf, Alarmsignale ernst zu nehmen und Schutzräume aufzusuchen.

Tote bei russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw

Bei einem russischen Raketenschlag im südukrainischen Gebiet Odessa sind mindestens zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden, wie Militärgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mitteilte. Der Angriff verursachte Schäden auf dem Gelände eines Unternehmens; ein ausgelöster Brand wurde gelöscht. Auch in der ostukrainischen Großstadt Charkiw gab es Tote durch russische Gleitbombenangriffe. Bürgermeister Ihor Terechow berichtete von mindestens zwei getöteten Zivilisten und rund einem Dutzend Verletzten. Es habe fünf Einschläge in zwei Stadtteilen gegeben.

Selenskyj kritisiert europäische Firmen, die für Russland arbeiten

Selenskyj nutzte seine Rede in Dublin zu scharfer Kritik an Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa. Es gebe Firmen in europäischen Ländern, „deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten“, sagte er. Diese seien im Besitz oder unter Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen und versorgten den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien. Er rief die EU auf, die Sanktionen zu erweitern. In Irland hatte zuvor der Export von Aluminiumoxid nach Russland für Debatten gesorgt, da das Rohmaterial für die Rüstungsproduktion von Bedeutung ist.

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Ukrainische Drohnenangriffe lassen russische Dieselsexporte einbrechen

Ukrainische Drohnenangriffe auf wichtige Raffinerien haben Russlands Dieselsexporte im Juni drastisch sinken lassen. Nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG und von Marktteilnehmern fielen die Exporte von Diesel und Gasöl im Vergleich zum Vormonat um 39 Prozent auf rund 1,8 Millionen Tonnen – ein Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Lieferungen aus dem Haupthafen Primorsk sanken um mehr als die Hälfte auf 623.000 Tonnen. Die Produktionsausfälle führen auch auf dem russischen Inlandsmarkt zu Engpässen und Verkaufsbeschränkungen. Händler erwarten, dass die Exporte im Juli aufgrund längerer Wartungsarbeiten und starker Inlandsnachfrage fast zum Erliegen kommen könnten. Die Ukraine will mit den Angriffen eine wichtige Einnahmequelle Russlands für den seit fast viereinhalb Jahren laufenden Krieg austrocknen. Hauptabnehmer bleiben die Türkei und Brasilien, die gemeinsam mindestens die Hälfte der Ladungen übernahmen.

Russland schließt Grenzübergänge für Bahnverkehr

Russland hat einseitig sieben Grenzübergänge im Bahnverkehr mit Finnland, Estland und Lettland geschlossen. Die Anweisung der russischen Regierung gilt ab 1. Juli und soll vorübergehend sein. Personen, Fahrzeuge, Waren und Güter dürfen die Übergänge nicht mehr passieren. Ein Grund wurde nicht genannt. Finnland hatte die Grenze zu Russland bereits 2023 geschlossen, ein reduzierter Frachtverkehr läuft noch über den Übergang Vainikkala, der nicht auf der Liste steht. Auch nach Estland und Lettland fahren keine russischen Personenzüge mehr, Moskau schloss in jedes Land einen von zwei Übergängen.

Ukraine beschließt umstrittene nationale Gedenkstätte

Die Ukraine hat die Schaffung einer nationalen Gedenkstätte namens „Pantheon“ beschlossen, mitten im Krieg und vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen. 287 Abgeordnete stimmten in zweiter Lesung für die Novelle. Ziel sei es, „die herausragendsten Vertreter der ukrainischen Nation zu ehren“ und eine nationale Identität zu formen. Präsident Selenskyj bezeichnete das Gesetz als „dringlich“ und kündigte die sofortige Unterzeichnung an. Der Gedenkort in Kiew soll historische Figuren seit der Kiewer Rus ehren, darunter auch international umstrittene Persönlichkeiten, die die Ukraine als Unabhängigkeitskämpfer ansieht. Zudem soll das Pantheon als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen.

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Merz: Nato-Gipfel soll Ukraine neue Finanzzusage geben

Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass Deutschland sich auf dem Nato-Gipfel in der nächsten Woche für eine neue Finanzhilfe der europäischen Partner für die Ukraine einsetzen werde. „Die Bundesregierung schlägt vor, dass wir Kiew, als europäische Nato-Alliierte, eine neue Finanzierungszusage geben“, sagte Merz in Berlin. Er hoffe, dass Moskau daraus die richtigen Schlüsse ziehe und zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit sei. „Wir werden in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen“, betonte Merz.

Ukraine zerstört Brücke im Donezker Gebiet

Die Ukraine hat eine Brücke auf einer Fernstraße zwischen Donezk und Mariupol zerstört, wie der Generalstab in Kiew mitteilte. Die Brücke über den Fluss Malyj Kaltschyk nahe Hranitne wurde getroffen, wodurch eine wichtige Straßenverbindung in dem von Russland besetzten Gebiet unterbrochen ist. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten die Trümmer. Es existiert jedoch eine Umgehungsroute. Welche Waffe eingesetzt wurde, teilte das Militär nicht mit.

Ukraine greift erneut Ziele tief in Russland an

Präsident Selenskyj bestätigte, dass die Ukraine erneut Ziele tief in Russland attackiert habe. Zum zweiten Mal wurde eine Ölraffinerie im russischen Ufa getroffen, mehr als 1300 Kilometer von der Front entfernt. Zudem gab es einen Angriff auf eine Anlage in der Region Pensa, wo Komponenten für Raketenwaffen hergestellt werden, die Russland in der Ukraine einsetzt. Die Anlage liegt rund 600 Kilometer von der Front entfernt.

Ukraine bittet EU um Freigabe von 6,6 Milliarden Euro für Militärhilfe

Die Ukraine hat die EU gebeten, freie Mittel aus der Europäischen Friedensfazilität (EPF) in Höhe von 6,6 Milliarden Euro für Militärhilfe bereitzustellen. Dies geht aus einem Brief von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hervor. Der gesamte Verteidigungsbedarf der Ukraine wird für dieses Jahr auf rund 136 Milliarden Euro geschätzt, wovon der ukrainische Haushalt etwa 53 Milliarden Euro abdeckt. Auch mit einer geplanten EU-Anleihe bleibt eine erhebliche Finanzierungslücke.

Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise

Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das russische Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent, nach 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025. Schuld sei vor allem die restriktive Geldpolitik der Notenbank, die Kredite verteuere, so Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach im ersten Quartal um 14 Prozent ein. Auch ukrainische Attacken auf Energieanlagen und Internetsperren schadeten der Wirtschaft. Dennoch bleibe Moskau in der Lage, den Krieg fortzusetzen.

Weitere Ereignisse des Tages

Bei einem russischen Angriff auf Tankstellen in der Region Dnipropetrowsk wurde eine Frau getötet und drei Menschen wurden verletzt. Der schwedische Rüstungskonzern Saab unterzeichnete einen Vertrag zur Lieferung von 16 Kampfjets Gripen E an die Ukraine im Wert von rund 2,54 Milliarden Dollar. Die Wertpapierverwahrstelle Euroclear verklagt die russische Zentralbank in Belgien, um die Vollstreckung eines russischen Urteils über 220 Milliarden Euro Schadenersatz zu blockieren. Dänemark kündigte ein neues Militärhilfepaket im Wert von rund 589 Millionen Euro an. Die EU zahlt erste Gelder aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Drohnenbeschaffung aus, insgesamt 3,9 Milliarden Euro. Russland verhandelt wegen Treibstoffengpässen über Importe. Die Ukraine attackierte erneut ein Satellitenkommunikationszentrum nahe Moskau. Bei russischen Angriffen am Vortag wurden mindestens zehn Menschen getötet. In besetzten Gebieten der Südukraine kam es zu Stromausfällen nach ukrainischen Angriffen. Präsident Putin wies einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe zurück und forderte mehr Luftabwehr für Ölanlagen.